Die Kosten von Solaranlagen sind in den letzten Jahren stark gefallen, in den vergangenen sechs Jahren um knapp zwei Drittel. Das liegt daran, dass Massenfertigung, technischer Fortschritt und der Konkurrenzkampf der Hersteller die Grundbestandteile von Solaranlagen, also Silizium, Zellen und schließlich Module sowie Gestelle und Wechselrichter immer billiger machen. Und vorläufig sieht es danach aus, als würde der Preisverfall weitergehen. 

Lohnt es sich abzuwarten?

Doch lohnt es sich deshalb, abzuwarten? Das ist zumindest zweifelhaft. Denn auch die Förderbedingungen werden ständig nach unten angepasst. Das Schnäppchen von morgen kann dadurch im Endeffekt teurer werden als die etwas kostspieligere Anlage heute.
Was eine Solaranlage genau kostet, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere der Typ der Solarmodule und der gewählte Hersteller, die Montagetechnologie, der Wechselrichter sowie der Planungs- und Arbeitsaufwand bei Aufbau und Inbetriebnahme. Die Solarmodule nebst Gestellen sollten etwa 50 Prozent der gesamten Solaranlagen Preise ausmachen, der Wechselrichter 20 Prozent, Arbeitskosten (Planung und Montage) sollten mit rund 20 Prozent veranschlagt werden. Der Rest betrifft Zubehör wie Kabel, Schalter etc.

Zu berücksichtigen sind geringe Kosten für Wartung und Pflege der Solaranlage, die mindestens einmal jährlich auf einwandfreies Funktionieren geprüft werden sollte. Dazu kommt bei einer Laufzeit von 20 Jahren der einmalige Ersatz des Wechselrichters und gegebenenfalls vorhandener Batterien.

Preisvergleich 

Der Preis von Solaranlagen wird in der Regel auf die Kosten pro 1 Kilowatt (kWp , Kilowatt peak), das mit der Anlage unter festgelegten Testbedingungen (STC, Standard Test Conditions) erzeugbar ist, bezogen, um unterschiedliche Preisgestaltungen vergleichbar zu machen. Getestet wird bei Temperaturen von 25 Grad Celsius und 1000 Watt Bestrahlungsstärke. Die durchschnittlichen Kosten pro kWp inklusive Arbeitskosten und Material liegen bei den typischen Kleinanlagen von Privathaushalten heute unter 1.800 Euro pro kWp. 2006 waren es noch 5.000 kWp.

Um die Solaranlagen Preise pro kWp zu berechnen können, wird die belegbare Fläche mit dem erwartbaren Ertrag der gewählten Solarmodule, einer Angabe in deren Datenblatt, multipliziert. Das ergibt den gesamten kWp-Ertrag der geplanten Anlage. Dann addiert man die Gesamtkosten aller Komponenten sowie der Arbeits- und Beratungsleistung. Diese Summe aller Kosten wird durch die Menge der erzeugbaren kWp geteilt, woraus sich der Preis pro kWp ergibt.

Die einzelnen Angebote auf die Ausschreibung einer Solaranlage können von diesem Durchschnittspreis aber erheblich abweichen, zum Beispiel, weil ein Dach komplexere Montagearbeiten erfordert, weil ein teurer Modul- oder Wechselrichtertyp gewählt wird, weil eine zusätzliche Batterie für die Stromspeicherung zum Eigenverbrauch in die Anlage integriert wird oder aus unzähligen anderen Gründen.

Ein Beispiel zur Berechnung der Solaranlagen Preise

Die Gesamtkosten einer Solaranlage sollen sich auf 25.000 Euro einschließlich aller Arbeitsleistungen, des Wechselrichters, der Module und Gestelle belaufen, außerdem soll eine Batterie zur Speicherung für den Eingenverbrauch enthalten sein. Die Peak-Erzeugung der Anlage wird aufgrund der Angaben zu den Modulen auf 10 kWp kalkuliert. Der Preis pro kWp liegt dann bei 25.000/10= 2.500 EUR/kWp.

Angebotsvergleich - Billig ist nicht gleich günstig

Für eine geplante Solaranlage sollte man natürlich nicht mehr bezahlen als sinnvoll. Allerdings sollte man beim Angebotsvergleich auch nicht ausschließlich den Preis im Auge haben. Denn das billigste Angebot ist nicht unbedingt das Beste. Vielmehr kommt es darauf an, dass der Solarteur kompetent ist und dass auch Vorbereitungs- und Nebenarbeiten planvoll und sorgfältig zur allseitigen Zufriedenheit ausgeführt werden. Der nachgelagerte Service, etwa im Garantie- oder Störungsfall, sollte professionell sein. Denn die Solaranlage soll mindestens 20 Jahre Strom erzeugen - geeignet ist also nur ein Partner mit langfristiger Perspektive.
Wenn zugunsten eines billigen Preises das Konzept der Solaranlage unzureichend durchdacht ist, die Komponenten nicht richtig zusammenpassen oder bei der Ausführung der Anlage nicht die nötige Sorgfalt waltet, ist am Ende guter Rat oft teurer als das etwas teurere Angebot.